Wenn unser Alles wenig ist

Es ist schon eine Weile her, seit ihr von uns gehört habt. Es gab viel zu tun, unsere Kinder waren viel krank, unser Sohn hatte sich den Arm gebrochen, zwei unserer Kinder wurden operiert. Unser Auto ging kaputt, wir mussten es verkaufen und sind seit ungefähr 5 Wochen ohne Auto. In solchen Zeiten, wo die Kraft nicht ganz ausreicht, wo man sich oft am liebsten in ein Schneckenloch verkriechen möchte, da lernt man, die Bedeutung von Gebet. Wenn nichts mehr hält, hält Jesus. Ich persönlich konnte in den vergangenen Wochen manchmal noch nicht mal ein Gebet formulieren, mir fehlte die Energie. Und da musste ich an Lied aus meiner Jugendzeit denken, von David Crowder. Da heißt es:

‚Lord, I am tired. So tired from walking. And Lord I am so alone. And Lord, the dark is creeping in, is creeping up to swallow me. I think I’ll stop, rest here for a while. And this is all that I can say right now, I know it is not much. And this is all that I can give, yeah, that’s my everything…‘

‚Herr, ich bin so müde. So müde vom Gehen. Und Herr, ich fühle mich so allein. Und Herr, die Dunkelheit kriecht in mein Leben, kriecht immer näher um mich zu verschlucken. Ich denke, ich bleibe hier stehen und ruhe mich ein wenig aus. Und das ist alles, was ich gerade jetzt sagen kann, ich weiß, das ist nicht viel. Und das ist alles, was ich geben kann – ja, das ist mein Alles…‘ 

Ich habe dieses Lied viel in letzter Zeit vor mich her gesungen, im Auto, in der Küche. Manchmal dabei geweint. Ich glaube, am meisten berührt mich, dass unser Alles für Jesus genug ist. Und wenn mein Alles nur ein wortloses Gebet ist, ein tränenverschleierter Blick auf ihn gerichtet – dann reicht das aus. Und so glauben wir, dass auch diese Zeit nur vorübergehend ist. Dass die Kraft wieder kommt. Dass Fülle wieder kommt und dass unser Mangel auch wieder ausgefüllt sein wird. Weil Jesus treu ist und er zu seinem Wort steht.

Und trotz allem Mangel, haben haben wir Grund zum Feiern, denn das Gebetshaus ist 1 10 Jahre alt geworden! Und es ist fast unglaublich, wie viel sich entwickelt hat in diesen kurzen zehn Jahren. Erstaunlich, was Gott alles machen kann, wenn man ihm Tür und Tor öffnet und ihm das grüne Licht gibt, das zu tun, was ER will. Viel zu oft sind wir mit unserer eigenen Agenda beschäftigt, wollen alles unter Kontrolle haben – aber dann bleibt es halt meist auch klein und überschaubar. Gott passt nicht in unser Kontrollsystem und das was er durch uns tun möchte, auch nicht. Es ist ein großes Wagnis sich darauf einzulassen, wie wir selbst immer wieder erleben, und erfordert absolutes und hunderprozentiges Gottvertrauen. Es geht absolut gegen alles, was unser menschliches Denken an Sicherheiten einfordert und erst recht gegen das System dieser Welt. Und das ist Nachfolge. Ist uns das eigentlich bewusst? Wie oft bleiben wir lieber in unserer Komfortzone, wo doch ein großes, ein wildes, ein unentdecktes Land auf uns wartet? Ich bin total dankbar, dass Johannes und Jutta Hartl damals vor 10 Jahren den Mut hatten, ‚auszusteigen‘ und dem Ruf Jesu zu folgen. Aus diesem Gehorsamsschritt ist ein weit gefächerter Segen für tausende von Menschen entstanden!
Hier könnt die ermutigende Geschichte des Gebetshauses hören:

Gestern vor einer Woche fand der großartige Freundestag des Gebetshauses statt! Wir haben ihn das zweite Mal als Missionare miterlebt und es ist eine riesige Freude, alte und neue finanzielle Unterstützer kennen zu lernen, wieder zu treffen, zusammen zu beten, zusammen Jesus im Lobpreis zu erheben. Das Ganze fühlt sich ein bisschen an wie eine Mini-Mehr, die Atmosphäre ist genial: über 1000 Leute, die für das 24 Stundengebet brennen, kommen zusammen um zu feiern. Es gab einen Vortrag von Johannes Hartl, der u.a. Mut gemacht hat, sich nicht auf das Dunkle in dieser Welt zu konzentrieren, sondern auf das zu schauen, was der Herr tut. Mittags gab es Gelegenheit, dass Missionare und Unterstützer sich etwas zurückziehen konnten um sich auszutauschen. Nachmittags gab es Lobpreis und die Möglichkeit sich segnen zu lassen und abends konnten wir im großen Stil mit Jazz Band, vorzüglichem Essen und gutem Wein ein Candle Light Dinner genießen. Wenn du Interesse am Partnerprogramm des Gebetshauses hast oder Fragen dazu, dann kannst du dich gerne an uns wenden! 

freundestag

Unsere Family beim Freundestag

An dieser Stelle möchte ich auch gerne Werbung machen für unseren Rundbrief, den wir ca. 5-6 Mal im Jahr per Email versenden. Du kannst dich ganz leicht und unkompliziert dafür anmelden: klicke hier

Danke für dein Interesse an unserem Dienst und diesem Blog. Sei reich gesegnet und stark behütet!

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All in for Jesus

Weil Jeremy amerikanischer Staatsbürger ist, wir beide über längere Zeit in den USA gelebt haben und auf der ganzen Welt englischsprachige Freunde haben, haben wir uns dazu entschlossen auch eine englische Version von er.hört aufzubauen, nämlich ‚All in for Jesus‘.  

(c) Jeremy  Hammond, Cover von 'All in' von Mark Batterson

(c) Jeremy Hammond, Cover von ‚All in‘ von Mark Batterson

Der Blogtitel ist inspiriert von einem Buch, das Jeremy gerade liest: ‚All in‘. Ich habe bisher nur das Vorwort gelesen, aber das alleine hat mich schon immens herausgefordert. Der Autor Mark Batterson erzählt da über Missionare, die Anfang des letzten Jahrhunderts sich auf die Reise machten, wohl wissend, dass sie nicht lebend in ihre Heimat zurück kehren werden. Also packten sie ihre wenigen Habseligkeiten in ihre Särge. A. W. Milne war ein solcher Missionar. Sein Ziel waren Inseln im Pazifischen Ozean. Alle seine Vorgänger wurden von den Einheimischen ermordet. Milne bangte nicht um sein Leben, weil er sein Leben schon längst in Jesu Hände gelegt hatte. Sein Sarg war gepackt. Er lebte schließlich 35 Jahre unter den Ureinwohnern und als er starb, wurde er mitten in ihrem Dorf beerdigt. Sein Grabstein trug die Aufschrift: ‚Als er kam war kein Licht. Als er ging war keine Dunkelheit.‘ (‚Nachfolge total, Mark Batterson)

Ich kann kaum in Worte fassen, wie mich so eine Geschichte berührt und bewegt und herausfordert. Wir sind nie dazu geschaffen worden, dieses Leben für uns zu leben. Es geht hier gar nicht um uns! Es geht um Jesus und darum, seine Liebe in diese kalte, kranke Welt hinauszutragen.

Wenn ich das hier so schreibe, dann predige ich immer zuallererst mir selbst. Wie weit bin ich doch entfernt von totaler Nachfolge. Wie sehr ist mein Ego noch damit beschäftigt ‚gut anzukommen‘,  beliebt zu sein, dies und das unbedingt noch zu sehen und zu erleben. Aber die Sehnsucht nach ‚Leben in Fülle‘ drängt mich auf die Knie. Meines Herzens Schrei ist: ‚Mehr von dir Jesus…‘ Und das wunderbare an der ganzen Sache: je mehr wir unser Leben vor Gottes Thron legen, desto erfüllter sind wir. Wir werden glücklicher, ausgeglichener, friedlicher wenn unser erstes Anliegen Jesus ist. Denn er allein ist die Quelle allen Glücks. Er ist der Geber aller guten Dinge!

Jeremy hat gestern den ersten englischen Blogpost geschrieben...schaut doch mal vorbei!