Katholischer Kulturschock

Ich hoffe, dass meine katholischen Freunde mir diesen Blogtitel vergeben, aber besser könnte man meine Erfahrungen im letzten Jahr nicht beschreiben. Ich bin im positiven Sinne schockiert und bewegt von dem, was ich von meinen katholischen Brüder und Schwestern gelernt habe. (For this Blog in English click here)

Ich bin wie fast jeder evangelikaler Amerikaner mit einer antikatholischen Einstellung groß geworden. Ganz ähnlich wie Nathanael aus der Bibel habe ich gesagt: ‚Was kann denn Gutes aus der katholischen Kirche kommen?‘ Das habe ich über viele Jahre tatsächlich geglaubt – heute schäme ich mich für meinen Stolz und meine Vorurteile. Ich war extrem skeptisch allem katholischem gegenüber, mein Elternhaus und der theologische Einfluss, dem ich ausgesetzt war, haben meine Einstellung nur bestätigt. Ich möchte hier aber keine theologische Auseinandersetzung anstoßen, sondern einfach nur davon erzählen, was im vergangenen Jahr in meinem Herzen passiert ist.

Meinen ersten katholischen Kulturschock habe ich erlebt, als ich über das Buch ‚Nachfolge Christi‘ von Thomas a Kempis gestolpert bin, als ich das Leben von Vincent van Gogh studiert habe, der selbst sehr geprägt war von dieser Schrift. Thomas a Kempis, ein katholischer Mönch, verfasste ‚Nachfolge Christi‘ im Jahr 1418 und das Andachtsbuch wurde schnell ein weltweiter Bestseller. Ich selbst war tief bewegt von der praktischen Theologie und den Wahrheiten, die ich beim Lesen erkannt habe.

Aber das war alles nichts im Vergleich, was mich beim Gebetshaus Augsburg erwartete. Mir war natürlich bewusst, dass das Gebetshaus überkonfessionell arbeitet und von einem katholischen Theologen, Dr. Johannes Hartl gegründet wurde. Ich habe allerdings nicht erwartet, dass mich der tiefe Glaube meiner  katholischen Geschwister so tief berühren würde. Schon so oft hat mich die glasklare biblische Aussage der Lehren von Johannes Hartl tief getroffen. Was für eine Leidenschaft und Klarheit für Jesus! (Hier ein link zu einigen Vorträgen)

Einen weiteren ‚Schock‘ erlebte ich, als ich erfuhr, dass mein Schichtleiter für die Morgenschicht im Gebetsraum niemand anderes war, als ein katholischer Theologe aus Wien. Wien – die Stadt, in der ich mit meiner hochmütigen Einstellungen Katholiken gegenüber aufwuchs! Gott hat definitiv Humor. Ich bin so berührt von der Aufrichtigkeit meines Schichtleiters und seinem tiefen Glauben. Mit seinen jungen Jahren hat er schon mehrere Anbetungslieder geschrieben, die in ganz Deutschland gesungen werden.

Doch es geht noch weiter. Viele unserer finanziellen Unterstützer sind hingegebene Katholiken. Unsere Familie wurde in den letzten Monaten zwei Mal von katholischen Familien gesegnet, die uns in ihrem Zuhause einen Urlaub ermöglichten. Und man lernt Menschen nochmal ganz anders kennen, wenn man deren Bücherregale sieht. Da standen John Piper, C.S. Lewis und Pete Greig neben Cantalamessa und Papst Benedict. Sehr inspirierend!

Fast jeder aus meiner Morgenschicht im Gebetshaus hat einen katholischen Glaubenshintergrund. Wenn ich ihre Zeugnisse höre, kann ich es kaum fassen und bin mit echter Freude erfüllt. Ich liebe den christuszentrierten überkonfessionelen Geist im Gebetshaus. Nur an Orten wie diesen kann es passieren, dass ein evangelikaler Amerikaner von einem katholischen Priester zum Kaffee eingeladen wird und sich ein offenes, authentisches Gespräch über den Glauben entwickelt. So eine Erfahrung wünsche ich jedem Christen. Wenn du an so einem Austausch interessiert bist, dann ist es möglich das Gebetshaus jederzeit zu besuchen oder du nimmst an der großen Gebetshauskonferenz teil, der MEHR, die wieder im Januar 2017 stattfinden wird. 8000 Gläubige aus allen Denominationen werden in Augsburg zusammenkommen.

Ich empfinde tiefe Demut wenn ich den Glauben meiner katholischen Geschwister sehe. Alle meine Vorurteile und mein Unwissen haben sich als haltlos erwiesen und ich bin beschämt darüber, wie ich einst geurteilt habe.  Vor ein paar Wochen habe ich meinen Schichtleiter gefragt, ob ich ihn als Vertreter für alle Katholiken aus Wien um Vergebung für meinen Stolz bitten kann. Es war für mich ein sehr bedeutender Moment, als er mir Vergebung zusprach.

Natürlich ist mir noch vieles aus der katholischen Tradition fremd. Begriffe wie Medjugorie, eucharistische Anbetung, Heiligsprechung ergeben für mich (noch) keinen Sinn. Wem es ähnlich geht, empfehle ich an dieser Stelle das Buch ‚Katholisch als Fremdsprache‘ von Johannes Hartl.

Dieser Kulturschock, wie die meisten, hat sich als gesund und horizont-erweiternt erwiesen.

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Good-byes & Good-readings

A decision made in November became reality last thursday when I had my last day at Infineon.  Sadness, joy, anticipation and persistance all seam possible to feel within a single emotion.  So many heartfelt „goodbyes“ said in one day were not easy to handle.

I am filled with such thankfulness for my team at Infineon and the many challenges and victories we won together.  They were intense 2,5 years.  We re-invented recruiting.   I am sure I will need to reflect so much more on the past 12 years in Business – from Bank Teller, to Salesman, to Headhunter, to Project Manager, to Talent Attraction Manager to Prayer House Missionary.   I write this with a smirk on my face.  😉  I’m sure more reflections on this will follow.

I will miss my Dream-Team:  the creative mind-changers, the extreme hard workers, the practical professionals, the fighters who closed the ranks to help out, the innovators, the many laughs and the fun.

infineon

My farewell gift from my Team – A Calender to remember the good times

Next week I start at the prayer house in Augsburg, devoting most of my energy and time to prayer.  I am sure this will be an adjustment – I still feel very much „stuck“ in my mind in the business world.  What will it be like to spend most of my energy and time in prayer?  Will God surprise me?  Will it seam as crazy at it sounds at times when I’ve shared it with people?  Or will it feel like „coming home“?  I am filled with a curiosity and look forward to a new lifestyle.    Today I had an initial meeting with my future morning-shift leader at the prayer house.  It made it all become more real.  I am so excited to be working together with a fellow Viennese.

On Friday I will leave for a couple days for „alone-time“ – off to explore the Stauden-Meditationsweg in „Westliche Wälder“ – a huge Forest west of Augsburg.  I have such a longing in me to reflect.  I am so thankful to my wife who made this possible and gave me these days as my valentines day gift.

Auf-dem-Meditationsweg-durch-die-Stauden

Along with me, I will be be taking some of the most explosive and dangerous books I have read.  These books have been such a challenge and encouragement to me over the past 6 months. They have challenged me to embrace life – to live it to the fullest! – to challenge the status quo – to not let fear dominate my decisions – to go deeper and fight mediocrity.  So in case you are looking for a dangerous read… here is my strong recommendation:

Perhaps you have already read one of these books? – I would love to hear your thoughts!

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  • don’t waste your life by John Piper  (German) Dein Leben ist einmalig: Vergeude es nicht! available here
  • In meinem Herzen Feuer: Meine Aufregende Reise ins Gebet by Johannes Hartl available here
  • All the places to go.  How will you know? by John Ortberg  (German)  Die Tür ist offen! available here
  • All In by Mark Batterson  (German) Nachfolge Total available here
  • Risk is Right by John Piper