Risk is right

Jeremy hat am vergangenen Donnerstag Abend im Gebetshaus über Risk is right gesprochen. Dieses Thema geht uns beiden sehr nahe, leben wir doch seit gut eineinhalb Jahren mit vollem Risiko. Wenn du den Vortrag nachhören willst, kannst du das unter diesem Link: Risk is right.

Als Jeremy seinen Job kündigte, hatten wir keine Ahnung, wie und ob wir genügend finanzielle Unterstützer finden würden, um über die Runden zu kommen. Auch wenn jeder Monat immer noch sehr knapp ist, erleben wir doch Gottes übernatürliche Versorgung. Und das paradoxe ist: obwohl wir weniger haben, hat Gott uns eine Freiheit geschenkt mit unseren Finanzen großzügig zu sein und andere finanziell zu segnen. So wie unsere Hände vor ihm offen sein müssen, um zu empfangen, bleiben unsere Hände offen, um zu geben.

8634662161_d749cee160

Seit wir zu 100% von der Vorsehung leben, also nur von Spenden, hat sich für uns viel geändert. Auch wenn ein regelmäßiges Gehalt auch Gottes Versorgung ist, fühlt sich das ‚von Spenden leben‘ anders an. Abhängiger, ausgelieferter, abenteuerlicher. Wir lieben es und haben gleichzeitig einen riesen Respekt vor diesem Lebensstil. Im Grunde setzen wir unseren ganzen Einsatz auf eine einzige Karte. Wenn Gott uns nicht hilft, haben wir ein großes Problem. Immer wieder klopft die Angst an die Tür und will uns von unserem Weg abbringen. Aber wir wissen: Gott enttäuscht uns nicht und wir erinnern uns an all die wunderbaren Dinge, die er schon für uns getan hat. Und so kämpfen wir uns durch diese erste Zeit der totalen Abhängigkeit von Gott. Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde. Aber wir sind extrem dankbar, dass wir diesen Wege gehen dürfen.

36151544202_e3116f659c

Wenn du dir Jeremys Vortrag schon angehört hast oder den letzten erhört Beitrag, dann weißt du, dass wir als Familie jetzt schon einige Monate warten, nämlich auf ein neues Familienauto. Unseres ging im April kaputt, wir hatten das Geld für die aufwendige Reparatur nicht und haben es zwangsläufig verkaufen müssen. Anfangs dachten wir, Gott würde sofort Ersatz herbeischaffen. Mittlerweile sind einige Monate ins Land gegangen und – ganz ehrlich – es waren Momente dabei, wo wir nicht mehr ein noch aus wussten. Unser Familienalltag musste ganz anders getaktet werden. Ich weiß nicht, warum wir noch keinen Durchbruch erlebt haben…aber eines ist sicher: wir haben eine neue Dimension des Gebets gelernt. Diese intensiven Gebetszeiten mit Jeremy zusammen, möchte ich nicht mehr missen. Wir lernen, nicht auf die Umstände zu sehen, sondern nur auf Jesus. Es ist eine ganz neue Abhängigkeit zu Gott entstanden. Unsere Motive, warum wir diesen Weg des vollzeitlichen Dienstes gehen, wurden geläutert und geprüft. Unser Glaube musste enormen Druck aushalten…ist Gott wirklich gut? Weiß er, was wir brauchen? Kann ich ihn anbeten, auch wenn ich mich gerade von ihm komplett verlassen fühle?

Wir wissen, dass der Herr uns versorgen wird. Dieses Wissen ist ganz tief in unserem Herzen verankert. Und wir sind nicht verzweifelt, sondern voller Vertrauen. Trotzdem wollen wir aber nicht passiv bleiben, sondern wollen – ganz gemäß dem Motto ‚Risk is right‘ – unseren Mangel hier noch einmal publik machen und euch bitten, vor Jesus zu prüfen, ob er es euch aufs Herz legt, uns zu einem Auto zu verhelfen. Wenn das so ist, dann kannst du dich gerne an uns wenden: inkahammond@gmail.com oder jeremy.l.hammond@gmail.com.

Wenn du gerade vor einem Berg stehst und nicht weißt, wie du jemals dieses Hindernis überwinden sollst oder wenn du schon lange für Durchbruch in deinem Leben betest und es scheint sich nichts zu bewegen, dann wollen wir dich mit diesem Lied ermutigen, das uns durch unsere Zeit des Wartens begleitet:

 

 

 

 

 

 

photo credit: sullen_snowflakes <a href=“http://www.flickr.com/photos/92351270@N03/8634662161″&gt;.</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/“>(license)</a&gt;
photo credit: ANBerlin <a href=“http://www.flickr.com/photos/8845484@N02/36151544202″>Long way home</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/“>(license)</a&gt;

 

 

Advertisements

Im Warten stark werden

Das Warten

Der Herr ruft uns als Familie gerade dazu auf, auf ihn zu warten. Als unser Familienauto vor gut 2 1/2 Monaten kaputt ging, war es für uns keine Frage, dass Gott schnell und zügig uns ein neues Auto zur Verfügung stellen wird. Schließlich braucht man als 6köpfige Familie Mobilität. Als dann aus den Tagen Wochen wurden, wuchs die Ungeduld und das Unverständnis. Warum handelt Gott nicht? Sieht er nicht, wie es uns geht? Weiß er nicht, was wir brauchen?

himmelstockholm

Wir sind herausgefordert, Gott zu vertrauen, obwohl wir sein Handeln nicht sehen. Wir sind herausgefordert, auf seine Stimme zu hören, obwohl wir nur Stille vernehmen. Wir sind herausgefordert, seinem Wort zu glauben, auch wenn die momentanen Umstände uns das Gegenteil einreden wollen.

Wir als Ehepaar merken ganz deutlich, dass diese Zeit eine tiefgehende Lektion in Sachen Gottvertrauen in sich birgt. Wenn Gott uns zum Warten auffordert, dann können wir nichts weiter tun – als warten. Das geht gegen unseren Aktionismus,  gegen das Verlangen, alles unter Kontrolle zu haben. Alles in uns schreit danach etwas zu tun, die Situation zu ändern und es kostet uns alles, uns vor Gott zu beugen und still zu werden. Wir denken, warten ist ein Zeichen von Schwäche, von Unvermögen. Dabei formt Gott im Warten unseren Glauben. Die Schwere, die das Warten oft mit sich bringt, zerbricht uns nicht, sie prägt vielmehr Gottes Charakter, Seine Wahrheiten tief in unser Herz. Wir liefern uns ihm völlig aus, vertrauen ihm mit allem und lernen dabei: Gott ist vertrauenswürdig. Auf ihn ist Verlass. Sein Wort ist wahr.

28426811593_82a7a9885c

Ein Glaubenskampf

Warten im Reich Gottes ist keineswegs passiv. Wir lehnen uns nicht bequem zurück und lauern ungeduldig darauf, dass Gott endlich zu uns durchbricht. Nein, wir sagen wie Jakob ‚Ich lasse dich nicht los, bevor du mich gesegnet hast.‘ (1. Mose 32, 27) Wir durchkämpfen unsere Gebete. Wir weinen und klagen. Wir jubeln über die Versorgung, die wir noch nicht sehen können. Wir bemühen uns stille zu sein vor ihm. Wir lassen sein Wort reden und suchen in ihm ernsthaft nach Antworten, nach Zuspruch. Wir machen uns eins mit seinem Willen, wir trachten zuerst nach seinem Reich und vertrauen darauf, dass uns alles andere zufallen wird. (Matthäus 6,33)
Das Warten eines Christen auf den Durchbruch ist nicht naives Wunschdenken. Es ist reiner, tiefer Glaubenskampf. Es ist eine Herausforderung, die uns schult, Jesus noch mehr zu vertrauen und uns ihm noch mehr hinzugeben. Das Warten entlarvt unser unnötiges Gepäck, das wir in der Nachfolge Jesu mit uns herum schleppen, es enttarnt falsche Sicherheiten, lässt uns sehen, wo wir Schätze auf dieser Erde sammeln, anstatt im Himmel. Warten schält unser Ego wie eine Zwiebel, Haut für Haut wird abgezogen und schließlich bleiben wir weich und formbar für Jesus zurück.

Der Weg ist das Ziel

Wir sollen das Warten gar nicht als nervtötendes Durchgangsportal zur Verheißung erleben. Der Weg ist das Ziel. Der Prozess des Wartens ist mindestens genauso wichtig, wie das Ankommen, das Sehen, das Schmecken und Erkennen. Unser ganzes Leben auf dieser Welt ist ein einziges Warten: ‚Was ist nun also der Glaube? Er ist das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich erfüllen wird, und die Überzeugung, dass das, was man nicht sieht, existiert.‘ Hebräer 11,1 Ohne diesen kindlichen Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen! (Vers 6). Wenn wir also in unserem Leben immer wieder vom Heiligen Geist in Wartephasen geführt werden, dann wird in erster Linie unser Glaube geformt und gefestigt. Das ist eine Prozedur, die zwar weh tut und uns viel abverlangt, aber die Augen unseres Herzens öffnet und uns viel klarer sehen lässt, wozu wir eigentlich leben. Was unsere Berufung ist. Dass wir mit all unserem Sein nur auf Jesus ausgerichtet sein sollen! Das Warten fokussiert unseren Blick auf das Wesentliche.

33639716624_b92025205f

Auf Weihnachten warten

Wenn du schon länger auf einen Durchbruch wartest, dann gib nicht auf. Gestern habe ich Gott wieder gefragt, warum er uns nur so lange auf ein Auto warten lässt. Als ich ihm meine Sorgen klagte, spürte ich in meinem Herzen diese Antwort: ‚Es ist noch nicht Weihnachten.‘ Das war erstmal ein eigenartiger Gedanke, aber dann erschloss er sich mir: wir als Eltern würden unseren Kindern nie die Weihnachtsgeschenke VOR Weihnachten geben. Die Vorfreude ist schließlich die schönste Freude und der 24. Dezember ist ein festgelegtes Datum, an dem die Geschenke ausgeteilt werden. Gott weiß jetzt schon Zeit und Datum, wann wir unser Familienauto bekommen werden. Und er denkt im Traum nicht daran, uns die Vorfreude kaputt zu machen! Meine Aufgabe als Kind Gottes ist es zu warten und mich zu freuen auf das wundervolle Geschenk, welches der himmlische Vater uns machen wird. Ich bin mir sicher, er freut sich schon sehr auf unsere Reaktion. Genauso wie wir uns als Eltern die überraschten Gesichter unserer Kinder ausmalen, wenn sie ihre Geschenke auspacken.  Im Verborgenen bereitet Gott gerade alles vor und plant bis zur Perfektion. Nein, ich will nicht vorzeitig nach meinem Geschenk suchen. Ich will geduldig auf unser „Weihnachten“ warten. Es wird kommen!

12216168814_96e5b934fd

Und so wollen wir dich ermutigen, dass du weiter auf deinen Durchbruch wartest. Dass du weiter Gott darum bittest und nicht davon ablässt, Großes von ihm zu erwarten. Dass du dich in dieser Phase des Wartens Gottes Willen beugst. Dass du betest, dein Wille geschehe! Der Herr ist treu und er kann und wird soviel mehr tun, als wir erbitten oder erhoffen können (Epheser 3,20).

‚Deshalb beugt euch demütig unter die Hand Gottes, dann wird er euch ehren, wenn die Zeit dafür gekommen ist.‘ 1. Petrus 5,7

 

 

 

 

photo credit: ArTeTeTrA <a href=“http://www.flickr.com/photos/7701176@N06/28426811593″>The dreamcatcher</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/“>(license)</a&gt;
photo credit: Michael Eickelmann <a href=“http://www.flickr.com/photos/126151626@N07/33639716624″>Deepest Forest</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/“>(license)</a&gt;
photo credit: Jocey K <a href=“http://www.flickr.com/photos/48627921@N05/12216168814″>Lots of Gifts Here to Choose From</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/“>(license)</a&gt;

 

 

Wenn Gebet Früchte trägt

Viele Stunden hat Jeremy seit seinem Start als Gebetshausmissionar im Gebetsraum verbracht. Am Anfang noch leer und ausgebrannt von vielen Jahren in der Wirtschaft, noch getrieben vom Leistungsdruck der Welt. Das Innehalten und still werden fiel ihm schwer. Dann immer mehr begeistert, das Gebetsfeuer war im Herzen entzündet und loderte hell. Schließlich übernahm Jeremy die Leitung für die Fürbitte Session am Mittwoch Vormittag und betete voller Leidenschaft für Männer, dass sie frei werden von der Pornographiesucht.

IMG_20170101_112847

Das Kreuz im Gebetsraum Augsburg

 

Denn das ist ein Herzensanliegen für Jeremy, der selbst 20 Jahre lang von dieser Sucht geknechtet wurde. Wie können Männer je in ihre Berufung treten, wenn sie dieses Doppelleben führen und ihre Seelen mit diesen dreckigen Bildern füllen? Wie können Ehen geheiligt und fest stehen, wenn der Mann wieder und wieder die Ehe bricht, wenn er Pornographie konsumiert? Wie können junge Männer zu Männern nach dem Herzen Gottes heranreifen und Frauen so sehen, wie Gott sie sieht, wenn ihr Frauenbild beschmutzt ist von der Pornographie?

In den vielen Stunden im Gebetsraum ist die Vision von ‚Free Indeed‘ gereift – denn, wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei.  Aus einer kleinen Selbsthilfegruppe wurde ein Verein, der schließlich einen Onlinekurs entwickelte. 30 Tage können sich betroffene Männer intensiv mit dem Wort Gottes beschäftigen und in die Freiheit kommen. Wir staunen über das rasante Wachstum von ‚Free Indeed‘, eine Frucht des Gebets. Hier ein Link zur Webseite: www.free-indeed.de

FB Cover

Vergangenen Freitag hatten wir zu Hause eine große Gartenparty. Fast 20 junge Leute kamen – alle tragen die Vision von ‚Free Indeed‘ in ihrem Herzen mit. Die Träume sind groß: es sollen zwei Aufbaukurse folgen, ein Kurs speziell für Frauen, die ebenfalls mit der Sucht nach Pornographie zu kämpfen haben und ein Kurs für Ehefrauen, die enorm unter der Sucht ihres Ehemannes leiden.

Weil ‚Free Indeed‘ so rasant wächst, wird Jeremy ab nächster Woche 50% seiner Arbeitszeit im Gebetshaus für diese Arbeit verwenden. Wir sind dem Gebetshaus so dankbar für diese Großzügigkeit und die immense Unterstützung. ‚Free Indeed‘ ist im Gebetsraum geboren und gewachsen – die Wurzeln werden immer dort bleiben, im Gebet. Wir staunen und sind voller Dankbarkeit, wie sehr Gott diesen Weg segnet. Wie viele Männer bereits jetzt frei geworden sind. Der Herr hat großes vor!

14876688_1139319646104282_5207449948773202266_o

copyright Awakening Europe

Wir träumen von einer Generation von Männern und Frauen, die in Reinheit und voller Liebe für Jesus ihre Welt verändern. Wir sind in Jesus tatsächlich frei, nichts hält uns mehr! Wir träumen von einer ‚moral revolution‘, dass Männer ihre Augen auf Jesus richten und nicht auf Pornographie und dass Frauen ihre Stärke und Würde in Jesus entdecken. Wir träumen von festen, geheiligten Ehen, in denen der Mann seinen Platz einnimmt und die Frau sich entfalten kann. Wir träumen von einer veränderten Generation, die die Welt verändern kann. In Jesus und durch Jesus!

Wenn unser Alles wenig ist

Es ist schon eine Weile her, seit ihr von uns gehört habt. Es gab viel zu tun, unsere Kinder waren viel krank, unser Sohn hatte sich den Arm gebrochen, zwei unserer Kinder wurden operiert. Unser Auto ging kaputt, wir mussten es verkaufen und sind seit ungefähr 5 Wochen ohne Auto. In solchen Zeiten, wo die Kraft nicht ganz ausreicht, wo man sich oft am liebsten in ein Schneckenloch verkriechen möchte, da lernt man, die Bedeutung von Gebet. Wenn nichts mehr hält, hält Jesus. Ich persönlich konnte in den vergangenen Wochen manchmal noch nicht mal ein Gebet formulieren, mir fehlte die Energie. Und da musste ich an Lied aus meiner Jugendzeit denken, von David Crowder. Da heißt es:

‚Lord, I am tired. So tired from walking. And Lord I am so alone. And Lord, the dark is creeping in, is creeping up to swallow me. I think I’ll stop, rest here for a while. And this is all that I can say right now, I know it is not much. And this is all that I can give, yeah, that’s my everything…‘

‚Herr, ich bin so müde. So müde vom Gehen. Und Herr, ich fühle mich so allein. Und Herr, die Dunkelheit kriecht in mein Leben, kriecht immer näher um mich zu verschlucken. Ich denke, ich bleibe hier stehen und ruhe mich ein wenig aus. Und das ist alles, was ich gerade jetzt sagen kann, ich weiß, das ist nicht viel. Und das ist alles, was ich geben kann – ja, das ist mein Alles…‘ 

Ich habe dieses Lied viel in letzter Zeit vor mich her gesungen, im Auto, in der Küche. Manchmal dabei geweint. Ich glaube, am meisten berührt mich, dass unser Alles für Jesus genug ist. Und wenn mein Alles nur ein wortloses Gebet ist, ein tränenverschleierter Blick auf ihn gerichtet – dann reicht das aus. Und so glauben wir, dass auch diese Zeit nur vorübergehend ist. Dass die Kraft wieder kommt. Dass Fülle wieder kommt und dass unser Mangel auch wieder ausgefüllt sein wird. Weil Jesus treu ist und er zu seinem Wort steht.

Und trotz allem Mangel, haben haben wir Grund zum Feiern, denn das Gebetshaus ist 1 10 Jahre alt geworden! Und es ist fast unglaublich, wie viel sich entwickelt hat in diesen kurzen zehn Jahren. Erstaunlich, was Gott alles machen kann, wenn man ihm Tür und Tor öffnet und ihm das grüne Licht gibt, das zu tun, was ER will. Viel zu oft sind wir mit unserer eigenen Agenda beschäftigt, wollen alles unter Kontrolle haben – aber dann bleibt es halt meist auch klein und überschaubar. Gott passt nicht in unser Kontrollsystem und das was er durch uns tun möchte, auch nicht. Es ist ein großes Wagnis sich darauf einzulassen, wie wir selbst immer wieder erleben, und erfordert absolutes und hunderprozentiges Gottvertrauen. Es geht absolut gegen alles, was unser menschliches Denken an Sicherheiten einfordert und erst recht gegen das System dieser Welt. Und das ist Nachfolge. Ist uns das eigentlich bewusst? Wie oft bleiben wir lieber in unserer Komfortzone, wo doch ein großes, ein wildes, ein unentdecktes Land auf uns wartet? Ich bin total dankbar, dass Johannes und Jutta Hartl damals vor 10 Jahren den Mut hatten, ‚auszusteigen‘ und dem Ruf Jesu zu folgen. Aus diesem Gehorsamsschritt ist ein weit gefächerter Segen für tausende von Menschen entstanden!
Hier könnt die ermutigende Geschichte des Gebetshauses hören:

Gestern vor einer Woche fand der großartige Freundestag des Gebetshauses statt! Wir haben ihn das zweite Mal als Missionare miterlebt und es ist eine riesige Freude, alte und neue finanzielle Unterstützer kennen zu lernen, wieder zu treffen, zusammen zu beten, zusammen Jesus im Lobpreis zu erheben. Das Ganze fühlt sich ein bisschen an wie eine Mini-Mehr, die Atmosphäre ist genial: über 1000 Leute, die für das 24 Stundengebet brennen, kommen zusammen um zu feiern. Es gab einen Vortrag von Johannes Hartl, der u.a. Mut gemacht hat, sich nicht auf das Dunkle in dieser Welt zu konzentrieren, sondern auf das zu schauen, was der Herr tut. Mittags gab es Gelegenheit, dass Missionare und Unterstützer sich etwas zurückziehen konnten um sich auszutauschen. Nachmittags gab es Lobpreis und die Möglichkeit sich segnen zu lassen und abends konnten wir im großen Stil mit Jazz Band, vorzüglichem Essen und gutem Wein ein Candle Light Dinner genießen. Wenn du Interesse am Partnerprogramm des Gebetshauses hast oder Fragen dazu, dann kannst du dich gerne an uns wenden! 

freundestag

Unsere Family beim Freundestag

An dieser Stelle möchte ich auch gerne Werbung machen für unseren Rundbrief, den wir ca. 5-6 Mal im Jahr per Email versenden. Du kannst dich ganz leicht und unkompliziert dafür anmelden: klicke hier

Danke für dein Interesse an unserem Dienst und diesem Blog. Sei reich gesegnet und stark behütet!

Fastenzeit

Seit 19 Tagen fasten wir nun, morgen haben wir Halbzeit. Noch nie habe ich über so einen langen Zeitraum gefastet, noch nie hatte ich beim Fasten so eine edle, große Vision: die Errettung Europas. Wir klinken uns ein in eine europaweite Fasten-und Gebetskette: ‚Europe shall be saved‘ (www.esbs.com). Mehrere tausend Menschen aus allen Denominationen machen mit, jeder bringt sein Opfer und gemeinsam bestürmen wir den Gnadenthron Gottes, das er Erweckung nach Europa schicken möge – einmal mehr!

Ich bin mit großer Ehrfurcht in diese Fastenzeit hineingegangen, weil mir bewusst war, dass ich teilhabe an etwas großem, etwas historischem. Wir dürfen in etwas hinein investieren, das unseren Glauben sprengt, unseren geistlichen Horizont erweitert und die Geschichte unseres Kontinents maßgeblich beeinflusst. Es ist aber auch ein konfrontiert-werden mit den eigenen Grenzen, der eigenen Schwachheit. Ich werde ganz neu daran erinnert, dass ich ohne Jesus nichts tun kann. Diese Gedanken habe ich kurz vor der Fastenzeit aufgeschrieben und finde mich in diesen Tagen immer wieder daran erinnert: ‚Leer werden – Gedanken zur Fastenzeit‘ (Link).

Ich erinnere mich auch an dieses Lied, das ich in meiner Jugendzeit öfters gesungen oder gehört habe:

‚Is it true today that when people pray, cloudless skies will break, kings and queens will shake, yes it’s true and I believe it. Is it true today that when people pray, we’ll see dead men rise and the blind set free. Yes, it’s true and I believe it! I’m gonna be a history maker in this land, I’m gonna be a speaker of truth to all mankind, I’m gonna stand, I’m gonna run, into your arms, into your arms again.‘ (Delirious, History Maker).

Ich weiß noch gut, dass mir das Lied immer total abgehoben und unrealistisch vorkam. Das war nicht das Christentum, das ich lebte und das ich um mich herum sah. In mir war kein brennender Glauben, dass durch mein Gebet Regierungen beeinflusst werden können und Heilungswunder passieren. Das hat sich mittlerweile – Gott sei Dank! – gehörig geändert! Und nun bin ich Teil dieser großen Gebets- und Fastenbewegung und glaube und vertraue darauf, dass der Herr noch viel vorhat in und durch Deutschland und ganz Europa.

Vielleicht fragst du dich, wie das Fasten in unserer Großfamilie konkret aussieht? Ich bin selber ganz erstaunt, wie unsere Kinder das Fasten mittragen und mich auch daran erinnern, wenn ich mir zum Frühstück doch einen Kaffee gemacht habe, anstatt einer Tasse Kräutertee. ‚Mama, wir fasten doch!‘ Wir haben mit den Kindern abgesprochen, dass es keine Süßigkeiten gibt (außer Nachspeise beim Mittagessen) und auch kein Saft getrunken wird, sondern nur Wasser. Es gibt aber Ausnahmen – vor ein paar Tagen wurde unsere zweite Tochter 9 Jahre alt und da gab es schon Gummibärchen und Limo =). Mein Mann und ich versuchen am Tag mindestens eine Mahlzeit auszulassen und auch sonst auf alle überflüssigen Nahrungsmittel zu verzichten – Schokolade, Kuchen, Zucker usw. Manchmal denke ich mir, Mensch, da verzichten andere komplett auf Nahrung, trinken nur Wasser oder Saft und mein Opfer ist doch im Vergleich viel zu klein…aber ich spüre, wie Gott meinen Verzicht ehrt. Er sieht meinen vollen, hektischen Alltag, er weiß, meine Kinder brauchen eine geduldige und verständnisvolle Mama und dafür brauche ich ordentliches Essen im Magen. Deshalb an dieser Stelle eine große Ermutigung, sich das Fasten schon etwas kosten zu lassen, aber weise zu entscheiden, was für einen ganz persönlich dran ist. Der  Herr sieht das Herz an!

Ich lese in dieser Zeit das Buch von Mike Bickle ‚Der Lohn des Fastens‘. Ein unheimlich motivierendes Buch, wenn man sich mit knurrendem Magen fragt, warum und wieso man sich so etwas wie Fasten eigentlich antut! Das Buch kann man hier bestellen: Gebetshaus Shop.

Außerdem ist dieser Vortrag von Johannes Hartl sehr zu empfehlen, wenn man mehr über die Bewegung ‚Europe shall be saved‘ wissen möchte:

Nach 19 Tagen Fasten (mit ein paar Unterbrechungen) kann ich sagen, dass meine Sehnsucht nach Jesus gewachsen ist und meine Sehnsucht ihm zu begegnen größer geworden ist. Ich bin neu motiviert das Fasten, auch nach diesen 40 Tagen, in meinen Alltag zu integrieren. Die Sinne werden für Jesus geschärft und nicht durch sämtliche Ablenkungen vernebelt. Das ist eine so schöne Erfahrung und ich frage mich, warum ich dem nicht mehr nachjage.

Und so kann ich das Lied von Delirious ganz anders mitsingen und beten:

Is it true today that when people pray
We’ll see dead men rise
And the blind set free
Yes it’s true and I believe it
I’m living for you.

 

 

Katholischer Kulturschock

Ich hoffe, dass meine katholischen Freunde mir diesen Blogtitel vergeben, aber besser könnte man meine Erfahrungen im letzten Jahr nicht beschreiben. Ich bin im positiven Sinne schockiert und bewegt von dem, was ich von meinen katholischen Brüder und Schwestern gelernt habe. (For this Blog in English click here)

Ich bin wie fast jeder evangelikaler Amerikaner mit einer antikatholischen Einstellung groß geworden. Ganz ähnlich wie Nathanael aus der Bibel habe ich gesagt: ‚Was kann denn Gutes aus der katholischen Kirche kommen?‘ Das habe ich über viele Jahre tatsächlich geglaubt – heute schäme ich mich für meinen Stolz und meine Vorurteile. Ich war extrem skeptisch allem katholischem gegenüber, mein Elternhaus und der theologische Einfluss, dem ich ausgesetzt war, haben meine Einstellung nur bestätigt. Ich möchte hier aber keine theologische Auseinandersetzung anstoßen, sondern einfach nur davon erzählen, was im vergangenen Jahr in meinem Herzen passiert ist.

Meinen ersten katholischen Kulturschock habe ich erlebt, als ich über das Buch ‚Nachfolge Christi‘ von Thomas a Kempis gestolpert bin, als ich das Leben von Vincent van Gogh studiert habe, der selbst sehr geprägt war von dieser Schrift. Thomas a Kempis, ein katholischer Mönch, verfasste ‚Nachfolge Christi‘ im Jahr 1418 und das Andachtsbuch wurde schnell ein weltweiter Bestseller. Ich selbst war tief bewegt von der praktischen Theologie und den Wahrheiten, die ich beim Lesen erkannt habe.

Aber das war alles nichts im Vergleich, was mich beim Gebetshaus Augsburg erwartete. Mir war natürlich bewusst, dass das Gebetshaus überkonfessionell arbeitet und von einem katholischen Theologen, Dr. Johannes Hartl gegründet wurde. Ich habe allerdings nicht erwartet, dass mich der tiefe Glaube meiner  katholischen Geschwister so tief berühren würde. Schon so oft hat mich die glasklare biblische Aussage der Lehren von Johannes Hartl tief getroffen. Was für eine Leidenschaft und Klarheit für Jesus! (Hier ein link zu einigen Vorträgen)

Einen weiteren ‚Schock‘ erlebte ich, als ich erfuhr, dass mein Schichtleiter für die Morgenschicht im Gebetsraum niemand anderes war, als ein katholischer Theologe aus Wien. Wien – die Stadt, in der ich mit meiner hochmütigen Einstellungen Katholiken gegenüber aufwuchs! Gott hat definitiv Humor. Ich bin so berührt von der Aufrichtigkeit meines Schichtleiters und seinem tiefen Glauben. Mit seinen jungen Jahren hat er schon mehrere Anbetungslieder geschrieben, die in ganz Deutschland gesungen werden.

Doch es geht noch weiter. Viele unserer finanziellen Unterstützer sind hingegebene Katholiken. Unsere Familie wurde in den letzten Monaten zwei Mal von katholischen Familien gesegnet, die uns in ihrem Zuhause einen Urlaub ermöglichten. Und man lernt Menschen nochmal ganz anders kennen, wenn man deren Bücherregale sieht. Da standen John Piper, C.S. Lewis und Pete Greig neben Cantalamessa und Papst Benedict. Sehr inspirierend!

Fast jeder aus meiner Morgenschicht im Gebetshaus hat einen katholischen Glaubenshintergrund. Wenn ich ihre Zeugnisse höre, kann ich es kaum fassen und bin mit echter Freude erfüllt. Ich liebe den christuszentrierten überkonfessionelen Geist im Gebetshaus. Nur an Orten wie diesen kann es passieren, dass ein evangelikaler Amerikaner von einem katholischen Priester zum Kaffee eingeladen wird und sich ein offenes, authentisches Gespräch über den Glauben entwickelt. So eine Erfahrung wünsche ich jedem Christen. Wenn du an so einem Austausch interessiert bist, dann ist es möglich das Gebetshaus jederzeit zu besuchen oder du nimmst an der großen Gebetshauskonferenz teil, der MEHR, die wieder im Januar 2017 stattfinden wird. 8000 Gläubige aus allen Denominationen werden in Augsburg zusammenkommen.

Ich empfinde tiefe Demut wenn ich den Glauben meiner katholischen Geschwister sehe. Alle meine Vorurteile und mein Unwissen haben sich als haltlos erwiesen und ich bin beschämt darüber, wie ich einst geurteilt habe.  Vor ein paar Wochen habe ich meinen Schichtleiter gefragt, ob ich ihn als Vertreter für alle Katholiken aus Wien um Vergebung für meinen Stolz bitten kann. Es war für mich ein sehr bedeutender Moment, als er mir Vergebung zusprach.

Natürlich ist mir noch vieles aus der katholischen Tradition fremd. Begriffe wie Medjugorie, eucharistische Anbetung, Heiligsprechung ergeben für mich (noch) keinen Sinn. Wem es ähnlich geht, empfehle ich an dieser Stelle das Buch ‚Katholisch als Fremdsprache‘ von Johannes Hartl.

Dieser Kulturschock, wie die meisten, hat sich als gesund und horizont-erweiternt erwiesen.