Im Warten stark werden

Das Warten

Der Herr ruft uns als Familie gerade dazu auf, auf ihn zu warten. Als unser Familienauto vor gut 2 1/2 Monaten kaputt ging, war es für uns keine Frage, dass Gott schnell und zügig uns ein neues Auto zur Verfügung stellen wird. Schließlich braucht man als 6köpfige Familie Mobilität. Als dann aus den Tagen Wochen wurden, wuchs die Ungeduld und das Unverständnis. Warum handelt Gott nicht? Sieht er nicht, wie es uns geht? Weiß er nicht, was wir brauchen?

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Wir sind herausgefordert, Gott zu vertrauen, obwohl wir sein Handeln nicht sehen. Wir sind herausgefordert, auf seine Stimme zu hören, obwohl wir nur Stille vernehmen. Wir sind herausgefordert, seinem Wort zu glauben, auch wenn die momentanen Umstände uns das Gegenteil einreden wollen.

Wir als Ehepaar merken ganz deutlich, dass diese Zeit eine tiefgehende Lektion in Sachen Gottvertrauen in sich birgt. Wenn Gott uns zum Warten auffordert, dann können wir nichts weiter tun – als warten. Das geht gegen unseren Aktionismus,  gegen das Verlangen, alles unter Kontrolle zu haben. Alles in uns schreit danach etwas zu tun, die Situation zu ändern und es kostet uns alles, uns vor Gott zu beugen und still zu werden. Wir denken, warten ist ein Zeichen von Schwäche, von Unvermögen. Dabei formt Gott im Warten unseren Glauben. Die Schwere, die das Warten oft mit sich bringt, zerbricht uns nicht, sie prägt vielmehr Gottes Charakter, Seine Wahrheiten tief in unser Herz. Wir liefern uns ihm völlig aus, vertrauen ihm mit allem und lernen dabei: Gott ist vertrauenswürdig. Auf ihn ist Verlass. Sein Wort ist wahr.

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Ein Glaubenskampf

Warten im Reich Gottes ist keineswegs passiv. Wir lehnen uns nicht bequem zurück und lauern ungeduldig darauf, dass Gott endlich zu uns durchbricht. Nein, wir sagen wie Jakob ‚Ich lasse dich nicht los, bevor du mich gesegnet hast.‘ (1. Mose 32, 27) Wir durchkämpfen unsere Gebete. Wir weinen und klagen. Wir jubeln über die Versorgung, die wir noch nicht sehen können. Wir bemühen uns stille zu sein vor ihm. Wir lassen sein Wort reden und suchen in ihm ernsthaft nach Antworten, nach Zuspruch. Wir machen uns eins mit seinem Willen, wir trachten zuerst nach seinem Reich und vertrauen darauf, dass uns alles andere zufallen wird. (Matthäus 6,33)
Das Warten eines Christen auf den Durchbruch ist nicht naives Wunschdenken. Es ist reiner, tiefer Glaubenskampf. Es ist eine Herausforderung, die uns schult, Jesus noch mehr zu vertrauen und uns ihm noch mehr hinzugeben. Das Warten entlarvt unser unnötiges Gepäck, das wir in der Nachfolge Jesu mit uns herum schleppen, es enttarnt falsche Sicherheiten, lässt uns sehen, wo wir Schätze auf dieser Erde sammeln, anstatt im Himmel. Warten schält unser Ego wie eine Zwiebel, Haut für Haut wird abgezogen und schließlich bleiben wir weich und formbar für Jesus zurück.

Der Weg ist das Ziel

Wir sollen das Warten gar nicht als nervtötendes Durchgangsportal zur Verheißung erleben. Der Weg ist das Ziel. Der Prozess des Wartens ist mindestens genauso wichtig, wie das Ankommen, das Sehen, das Schmecken und Erkennen. Unser ganzes Leben auf dieser Welt ist ein einziges Warten: ‚Was ist nun also der Glaube? Er ist das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich erfüllen wird, und die Überzeugung, dass das, was man nicht sieht, existiert.‘ Hebräer 11,1 Ohne diesen kindlichen Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen! (Vers 6). Wenn wir also in unserem Leben immer wieder vom Heiligen Geist in Wartephasen geführt werden, dann wird in erster Linie unser Glaube geformt und gefestigt. Das ist eine Prozedur, die zwar weh tut und uns viel abverlangt, aber die Augen unseres Herzens öffnet und uns viel klarer sehen lässt, wozu wir eigentlich leben. Was unsere Berufung ist. Dass wir mit all unserem Sein nur auf Jesus ausgerichtet sein sollen! Das Warten fokussiert unseren Blick auf das Wesentliche.

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Auf Weihnachten warten

Wenn du schon länger auf einen Durchbruch wartest, dann gib nicht auf. Gestern habe ich Gott wieder gefragt, warum er uns nur so lange auf ein Auto warten lässt. Als ich ihm meine Sorgen klagte, spürte ich in meinem Herzen diese Antwort: ‚Es ist noch nicht Weihnachten.‘ Das war erstmal ein eigenartiger Gedanke, aber dann erschloss er sich mir: wir als Eltern würden unseren Kindern nie die Weihnachtsgeschenke VOR Weihnachten geben. Die Vorfreude ist schließlich die schönste Freude und der 24. Dezember ist ein festgelegtes Datum, an dem die Geschenke ausgeteilt werden. Gott weiß jetzt schon Zeit und Datum, wann wir unser Familienauto bekommen werden. Und er denkt im Traum nicht daran, uns die Vorfreude kaputt zu machen! Meine Aufgabe als Kind Gottes ist es zu warten und mich zu freuen auf das wundervolle Geschenk, welches der himmlische Vater uns machen wird. Ich bin mir sicher, er freut sich schon sehr auf unsere Reaktion. Genauso wie wir uns als Eltern die überraschten Gesichter unserer Kinder ausmalen, wenn sie ihre Geschenke auspacken.  Im Verborgenen bereitet Gott gerade alles vor und plant bis zur Perfektion. Nein, ich will nicht vorzeitig nach meinem Geschenk suchen. Ich will geduldig auf unser „Weihnachten“ warten. Es wird kommen!

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Und so wollen wir dich ermutigen, dass du weiter auf deinen Durchbruch wartest. Dass du weiter Gott darum bittest und nicht davon ablässt, Großes von ihm zu erwarten. Dass du dich in dieser Phase des Wartens Gottes Willen beugst. Dass du betest, dein Wille geschehe! Der Herr ist treu und er kann und wird soviel mehr tun, als wir erbitten oder erhoffen können (Epheser 3,20).

‚Deshalb beugt euch demütig unter die Hand Gottes, dann wird er euch ehren, wenn die Zeit dafür gekommen ist.‘ 1. Petrus 5,7

 

 

 

 

photo credit: ArTeTeTrA <a href=“http://www.flickr.com/photos/7701176@N06/28426811593″>The dreamcatcher</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/“>(license)</a&gt;
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photo credit: Jocey K <a href=“http://www.flickr.com/photos/48627921@N05/12216168814″>Lots of Gifts Here to Choose From</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/“>(license)</a&gt;

 

 

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HOPES 2016

Die letzten Tage waren sehr aufregend für uns. Im Gebetshaus fand zum zweiten Mal die HOPES statt (Houses Of Prayer European Summit).

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(photo credit: Gebetshaus Augsburg)

40 Gebetshäuser aus ganz Europa waren vertreten. Die Teilnehmer kamen zum größten Teil in privaten Unterkünften unter und wir hatten das Privileg Karel und Thomas aus dem Gebetshaus in Nantes, Frankreich willkommen zu heißen. Vor zwei Jahren waren Kev und Katie vom Gebetshaus Stoke-on-Trent, England bei uns zu Gast. Es ist faszinierend Menschen aus verschiedenen Ländern, mit verschiedenen kirchlichen Hintergründen kennenzulernen und doch den gleichen Herzschlag zu haben: das 24 Stundengebet.

 

Ich war während der Konferenz nicht vor Ort im Gebetshaus, sondern zu Hause bei den Kindern. Aber Jeremy hat mir natürlich viel erzählt und dank einiger Facebook Videos konnte ich ein wenig von der wundervollen Atmosphäre schmecken, die während der vergangenen drei Tage dort geherrscht hat.

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Teilnehmer der HOPES 2016. Wer findet Jeremy? =) photo credit: Gebetshaus Augsburg

Gott bereitet seine Kinder auf etwas Großartiges vor: Erweckung in ganz Europa! In den Tagen vor der HOPES fand in Genf eine Konferenz statt, wo geistliche Leiter aus Europa (das Gebetshaus war von Johannes Hartl vertreten) und der ganzen Welt sich beraten haben, wie man so viele Menschen wie nur möglich mit dem Evangelium erreichen kann. 100 Millionen Seelen sollen gerettet werden – das ist die große Zahl, die dort genannt wurde. Für Gott ist nichts unmöglich und dieser Traum ist auch auf Gottes Herzen. Dieses Video gibt einen kleinen Einblick in das Treffen in Genf (auf Englisch).

Wie passend,  dass gleich darauf die HOPES statt fand, wo sich Menschen getroffen haben, die genau diese Erweckung auf dem Herzen haben und sie im Gebet vorbereiten wollen.

 

 

1. März

Heute war ein Freudentag für uns! Jeremy hatte seinen ersten Arbeitstag im Gebetshaus und am Nachmittag wurde er im Gebetsraum für seinen Dienst gesegnet.

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Wir sind so dankbar wie der Herr uns bis hierhin geführt und geleitet hat. In seiner Gnade haben wir heute von 3 Menschen erfahren, dass sie uns finanziell unterstützen möchten. Wir haben mutig gebetet und Gott hat unser Gebet erhört: wir sind bei 50% angelangt!!! Halleluja!

Wir beten mutig weiter und vertrauen darauf, dass Gott uns alles geben wird, was wir brauchen. Uns wurde mehrmals heute zugesagt, dass wir keinen Mangel leiden werden. Am Ende der Lobpreiszeit wurde das Lied ‚I shall not want‘ gesungen, dass mich seit einiger Zeit begleitet und mir schon viel Mut gemacht hat. Der Herr schenkt uns voll ein!

Danke, dass ihr diesen Weg mit uns mitgeht. Danke, dass ihr mitbetet. Danke für alle euer Mitfreuen! Unser Herr segne euch alle reichlich…

Wenn Kinder beten…

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Gebet ist ein großer Teil unserer Familie. Wir beten vor dem Essen, wir beten vor dem Bett gehen, wir beten um Hilfe, wir beten, wenn wir dankbar sind. Es war mir schon immer wichtig, dass meine Kinder beten lernen..

Ich wollte von ganzem Herzen meinen Kindern Vorbild sein beim Beten – aber oft hat es sich einfach nicht ‘richtig’ angefühlt, oft hatte ich Angst, ich würde meinen Kindern nur etwas vormachen. Das Tischgebet wird oft nur heruntergeleiert, abends bin ich zu müde, um mich richtig zu konzentrieren.

Dann kam hinzu, dass ich ‘kindgerecht’ beten wollte. Ich vermied bestimmte Phrasen, die ich beim ‘erwachsenen’  Gebet formuliert habe. Ich betete nett und freundlich. Ganz a la ‘Ich bin klein, mein Herz ist rein…’ .

Ganz langsam verändert sich meine Sichtweise auf das Gebet mit meinen Kindern. Angefangen hat es in meinem Herzen. Ich begriff, dass Gebet vielmehr ist als ausformulierte Bitten oder Danksagung. Gebet ist ein Lebensstil, das Gebet sollte in meinem Herzen nicht verstummen – den ganzen Tag nicht. Selbst in der Nacht soll mein Herz mit Jesus verbunden sein und weiterbeten. Hätte man mir das vor ein paar Jahren gesagt, hätte ich mich kopfschüttelnd weggedreht. Was soll ich denn noch alles in meinen Tag reinpacken? Jetzt auch noch rund um die Uhr beten? Nein, danke.

Aber dann hat Jesus mein Herz berührt und ich fing an zu beten…dauerhaft. Ich sehnte mich mehr und mehr in Kontakt mit ihm zu sein und seine Gegenwart zu suchen. Ich ließ das Idealbild in meinem Kopf von der dreißigminütigen Stillen Zeit los und betete drauf los.  Beim Kochen, beim Wäsche machen, beim Kind anziehen, beim Geschirr spülen. Natürlich sind das keine wohl formulierten Gebete. Oft einfach nur ein: ‘Mehr von dir Jesus.’ Oder ‘Ich brauch dich, Jesus.’ Ein vor mich hin gemurmeltes Bibelwort. Oder ein mitgesummtes Lobpreislied. Oder einfach nur eine Last auf meinem Herzen, eine Sehnsucht nach Jesus und ein nach oben gerichteter Blick. Gebet ist so viel mehr, als das für was ich es immer hielt.

Natürlich gab und gibt es Momente, Tage wo ich kaum bete. Wo ich eingenommen bin von der Hetze des Alltags und die Gegenwart Gottes vergesse. Das tut mir aber nie gut und ich versuche so schnell wie möglich wieder in Verbindung zu treten mit Jesus. Das gelingt mir mal mehr, mal weniger gut. Aber die Sehnsucht nach ‘mehr’ treibt mich an. Der Heilige Geist zieht mich weiter auf dieser Reise ins Gebet.

Ich spüre eine Veränderung in mir und in meinem Alltag und wie ich meinen Kindern Gebet vermitteln will. Es gibt immer weniger die durchgekaute Kinderkost. Meine Kinder hören echte Gebete, wie sie das Leben diktiert. Gebete nach Hilfe, Gebete nach Versorgung, Gebete nach Schutz. Ich halte meinen Kindern nicht länger vor, dass das Gebet für mich lebenswichtig ist. Ich bin mutig geworden und bete vor meinen Kindern in neuen Sprachen. Früher hatte ich Angst, ich würde sie damit überfordern.
Heute habe ich das erste Mal meine Kinder aufgefordert mit mir zum Gebet nieder zu knien – vor ein paar Wochen noch, hätte ich Sorge gehabt, sie würden mich nicht ernst nehmen. Aber ich glaube, meine Aufrichtigkeit im Gebet färbt ab. Ich veranstalte keine Show. Ich bete auch, wenn ich alleine bin – das spüren meine Kinder. Und ich bin erstaunt wie souverän sie mit dem Übernatürlichem umgehen. Es erschreckt sie nicht und schreckt sie nicht ab. Kinder sind geistlicher, als man ihnen zutraut.

Es berührt mein Herz, wenn meine Kinder beten. Ich sehe da Tiefgang und neuen Glauben. Wenn meine 5 jährige für Israel betet und dass Gott den Juden den Schleier von den Augen wegnimmt. Wenn meine 9 jährige für die Flüchtlinge betet und das Frau Merkel weise Entscheidungen trifft. Wenn meine 7 jährige für unser‘Spenderglas’ betet und im Glauben um drei volle Gläser bittet. Das erste ist noch nicht mal halb voll. Habe ich diesen Glauben? Habe ich dieses kindliche Vertrauen? Plötzlich lerne ich von ihnen.

Ich denke, dass wir in unseren Familien bereit sein müssen für eine tiefere geistliche Atmosphäre. Nichts gegen Kinderbibeln – aber ich will, dass meine Kinder auch den Löwen von Juda kennen lernen und nicht nur die niedlichen Zeichnungen von dem ewig lächelnden Jesus. Ich will, dass meine Kinder den geistlichen Kampf erlernen und Satan jetzt schon vor Angst zittert, wenn sie beten. Wir Eltern sind da in der Verantwortung…wir müssen voran gehen. Wir müssen uns Jesus zuerst ausliefern, wenn wir uns danach sehen, dass unsere Kinder das tun. Wir müssen zuerst in diese Sehnsucht nach ‘mehr von Jesus’ treten, wenn das unser Wunsch für unsere Kinder ist.

Und es ist nichts, was wir ‘erschaffen’ können. Wir können nichts tun, außer den Heiligen Geist einladen. Wir können betend durchs Haus gehen, unsere Kinder segnen. Und immerwährend auf den schauen, der unsere Rettung ist und die Rettung für unsere Familie…Jesus Christus.

Ich darf schwach sein…

Die vergangene Woche war anstrengend für mich.

Ein ganzer Haufen Termine, trotzige Kinder, riesen Wäscheberge…

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Und ganz ehrlich: ich hab mich insgeheim gefragt, ob wir als Familie wirklich ‚gut genug‘ sind um von Gott in so etwas Heiliges wie die 24/7 Gebetsbewegung gerufen zu werden. Gäbe es einen Aufnahmetest – würden wir ihr ihn bestehen?

Ich meine: wir sind eine normale Familie mit ziemlich vielen Macken. Unsere Kinder tragen keinen Heiligenschein. Sie motzen und lassen ihre Socken rumliegen. Ich verliere als Mama immer wieder die Geduld und fühle mich gar nicht so, wie die Frau aus Sprüche 31. ‚Und sie steht auf wenn es noch Nacht ist und gibt Speise ihrem Haus…‘ (vs. 15) Ich bin ein unverbesserlicher Morgenmuffel und das Frühstück stellt mein Mann auf den Tisch. Wir streiten (manchmal ziemlich laut), wir kommen immer erst kurz vor knapp in die Gemeinde zum Gottesdienst, wir machen einen ganzen Haufen Fehler – jeden Tag.

 

Diese Woche – zwischen Küche aufräumen und Kind beschäftigt halten –  habe ich von einem Pastor aus China gelesen, der mitten im Winter inhaftiert wurde. Man nahm ihm seinen Wintermantel weg und schloss ihn in eine eisige Zelle. Er fror erbärmlich, doch anstatt zu verzweifeln, begann er Psalm 150 zu singen. Ein Psalm voller Lobpreis und Danksagung. Nach einigen Minuten wurde ihm warm und er fror nicht mehr.

Mir wurde da plötzlich klar, dass ich ‚innerlich‘ friere, dass ich in einem Gefängnis voller Lügen stecke  ‚…du  bist nicht gut genug…andere könnten das besser…schau dich doch mal an…‘ – da hab ich mich spontan dazu entschlossen es diesem mutigen Pastor nachzutun und Psalm 150 zu singen. Ich ließ die Hausarbeit Hausarbeit sein, mein Sohn bekam einen Keks in die Hand gedrückt und ich setzte mich ans Klavier. Erst zaghaft und dann immer bestimmter sang ich die Worte aus Psalm 150: ‚Halleluja! Lobt Gott in seinem Heiligtum! Lobt ihn in der Feste seiner Macht!‘ …. ‚Alles was Atem hat, lobet den Herrn!‘ 

Etwas in mir veränderte sich. Meine Sichtweise bekam eine neue Perspektive. Nein, ich bin nicht perfekt. Meine Familie ist nicht perfekt. Und ich kann mit 100%iger Sicherheit davon ausgehen, dass morgen wieder ein unperfekter Tag sein wird. Aber in der Mitte von meinem kleinen Alltagsleben, meinem kleinen Chaoshaufen – ist ein perfekter Gott.

Und er hat schon immer das Kleine, das Unvollkommene erwählt. Er nimmt das Unvollständige, das Zerbrochene und schafft etwas wunderschönes Neues. Wenn ich mich inmitten meiner Schuld und meiner Schwäche dazu entscheide, diesem wunderbaren, heiligen Gott Lob und Ehre zu geben, wenn ich sein Wort über die Lügen in meinem Kopf stelle…dann werde ich ein Werkzeug in seiner Hand. Dann kann er durch mich wirken. Dann kann er mich füllen mit seiner Liebe…die dann weiterströmt. Dann ist es nicht mehr wichtig, ob ich ‚gut genug‘ bin, dann kommt es nur noch darauf an, ob er in mir ist und ob ich ihn in mir sein lasse. Ob ich ihm Raum gebe zu wirken und mein Herz immer wieder neu zu reinigen und zu heiligen. Die Fesseln fallen ab, ich werde frei und ich werde gewärmt von seiner Liebe.

Ich darf ruhen in der Gewissheit, dass ich geliebt bin, dass ich angenommen bin, dass Jesus all meine Unzulänglichkeiten am Kreuz getragen hat.

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Und darum geht es doch auch in der 24/7 Gebetsbewegung. Das sind Menschen, die wissen, dass sie einen Erlöser brauchen. Die voller Dankbarkeit sind, dass Jesus den Sieg in der Hand hält – auch für ihr Leben! Und die erfahren haben, dass Gottes Kraft in ihrer Schwachheit stark ist und dass bei Gott nichts, nichts, nichts unmöglich ist.

Wie kann man ihn da nicht anbeten? Wie kann man da nicht mitten in der Nacht sein Angesicht suchen? Wie kann man da nicht alles stehen und liegen lassen, und ihm nachfolgen?

Das ist meine, das ist unsere Motivation: Christus in uns, die Hoffnung auf Herrlichkeit. Ich bin nicht perfekt, nein. Unsere Familie ist alles andere als perfekt.

Aber ich liebe ihn! Wir lieben ihn!
Das genügt.

‚Gott will nicht, dass wir stark sind. Er will unsere Stärke sein.‘ John Piper

Wenn du unseren Dienst im Gebetshaus Augsburg finanziell und/oder im Gebet unterstützen möchtest, dann klicke hier. 

 

 

 

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt bereiten wir uns auf den Wechsel von Jeremys momentaner Arbeitsstelle hin zum Gebetshaus vor. In unseren Köpfen schwirren viele Gedanken herum und ein großes Projekt für uns ist das Fertigstellen unseres ersten Rundbriefes. Dank meiner talentierten Schwester (www.millis-design.de) sind die Visitenkarten heute schon mit der Post angekommen und schöne Neujahrskarten haben wir auch bestellt!

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Zuviel wollen wir hier nicht verraten, denn es soll ja auch eine kleine Überraschung werden! Der allererste Rundbrief ist schon etwas besonderes und auch deshalb möchten wir ihn auch – herrlich altmodisch – mit der Post versenden. =)

Wer will noch und hat noch nicht? Wir freuen uns, wenn wir dich noch auf auf unsere Rundbriefempfängerliste setzen dürfen! Schreibe einfach eine kurze Email an:

inkahammond@gmail.com oder jeremy.l.hammond@gmail.com.

Es ist uns ein großes Anliegen, dass ihr als unsere Wegbegleiter spürbar Anteil haben könnt an unserem Abenteuer. Der Rundbrief soll neben diesem Blog eine Möglichkeit für euch sein, euch mit uns auf den Weg zu machen und Gott in seiner Größe und Herrlichkeit zu erleben.

Es bleibt spannend…

 

Vertrauen

Es fordert uns heraus Gott komplett zu vertrauen. Es reicht nicht aus einmal zu sagen: Herr, ich vertraue dir – ich muss mein Vertrauen ständig neu festmachen, immer wieder erneuern.

Der Weg des Gerechten aber ist gerade, du ebnest seinen Weg. Jesaja 26,7

Der Weg des Gerechten aber ist gerade, du ebnest seinen Weg.
Jesaja 26,7

Die Welt überschwemmt uns oft mit ihren Forderungen nach Sicherheiten, nach Vorsorge. Alles muss abgesichert sein, alles muss nach Plan laufen, muss in ein Schema passen.

Wir wirbeln das gerade alles durcheinander. In Jeremys Arbeit prallen zwei Welten aufeinander: unser Gottesvertrauen gegen weltliche Sicherheiten. Gehaltserhöhungen. Feste Arbeitsverträge. Altersvorsorge vs. keine finanzielle Absicherung, unbekannte Zukunft, ein Abwenden von weltlichem Ansehen.

Bevor Gott mächtig wirken kann, müssen wir uns herauswagen aus unserem abgesicherten Leben. Das fordert uns heraus. Immer wieder schauen wir uns an und fragen uns: ‚Sind wir komplett verrückt geworden?!‘ Und dann lächeln wir und nicken uns zu. Komplett verrückt. Verrückt für Jesus. Wir können nicht mehr anders. Jesus hat unser Herz in Brand gesetzt und es gibt kein Zurück mehr.

Was uns neben dem Gebet immer wichtiger wird, ist der Wunsch, dass immer mehr Familien das Risiko wagen und ganze Sache mit Jesus machen. Dass sie alles geben. Dass sie ihr Hab und Gut verkaufen und in dieses Land gehen, dass sie schon so lange auf dem Herzen haben. Dass sie dieses Kind adoptieren. Dass sie ihr Heim öffnen und Flüchtlinge einladen und ihnen die Liebe Jesu nahe bringen. Dass sie Gebetskreise für die Schulen und Kindergärten und für ihre Nachbarschaften gründen. Dass sie Großes erwarten von Jesus! Dass sie keine Furcht mehr haben, von dem was andere denken, dass sie getrieben sind von der Gnade Gottes, dass sie gar nicht anders können, als alles, alles zu geben.

Wir stehen als Familie erst am Anfang einer langen Abenteuerreise. Es ist ein Kampf, keine Frage. Es ist nicht einfach aus dem System der Sicherheiten auszusteigen. Aber Jesus ist es wert. Ich erinnere mich so gerne an ein Zitat aus meiner Bibelschulzeit:

‚Der sicherste Platz für dich auf Erden ist im Zentrum von Gottes Willen.‘ 

Da mag ein Sturm um dich herum toben. Kriegsgeschrei. Angst und Furcht. Da mögen dunkle Wolken heranziehen, unsichere Zeiten anstehen. Was um uns herum geschieht, ist nicht von Bedeutung, solange wir wissen: Ich bin an dem Platz, an dem Gott mich haben will. Der, der mich ruft, wird es auch tun, der, der mich ruft, wird auch für mich sorgen, der der mich ruft, trägt die volle Verantwortung für mich. Ich darf mich sicher und geborgen fühlen.

Und so gehen wir weiter als Familie auf unserem Weg Richtung Gebetshaus. Es ist der Weg, auf den der Herr uns gerufen hat und wir entscheiden uns heute wieder neu, ihm völlig zu vertrauen.

‚Der Herr ist mein Licht und mein Heil – vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft – vor wem sollte mir grauen?‘
Psalm 27, 1