Unser Wunderauto

Es ist ein gemütlicher, verregneter Sonntag Nachmittag. Die Kinder spielen gerade in ihren Zimmern, mein Mann macht ein Nickerchen und ich mache etwas, das mir schon lange auf dem Herzen liegt: euch davon zu erzählen, was wir mit Gott in den letzten Monaten erlebt haben.

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Mein letzter Beitrag hier auf ‚erhört‘ hatte den Titel ‚Risk is right‘ und ich habe davon erzählt, wie wir als Ehepaar uns für diesen Lebensstil des Risikos entschlossen haben. Jeremy hatte erst ein paar Tage vorher beim Donnerstag Abend im Gebetshaus über diese Art zu leben gesprochen. Es liegt uns so sehr auf dem Herzen, dieses Feuer, das in unseren Herzen brennt, an so viele wie nur möglich weiterzugeben.
Schon immer hatten wir diese Sehnsucht nach ‚mehr‘. Wir eckten damit oft an, passten irgendwie in kein Schema. Wir glauben, dass Gott dieses Verlangen in jeden Menschen hineingelegt hat und das Ziel dieser Suche ist Gott selbst. Zu schnell geben wir uns mit weniger zufrieden. Mit Dingen, die wir erklären und kontrollieren können. Das wirkliche Leben findet aber außerhalb unserer Komfortzone statt und genau dahin zieht es uns immer mehr. Das ist nicht immer angenehm und dehnt unseren Glaubensmuskel oft schmerzhaft. Aber wer einmal geschmeckt und gesehen hat, was es noch alles zu entdecken gibt, welche Tiefen und Höhen erlebbar sind und wie wunderbar die absolute Abhängigkeit zu Jesus ist – der will immer weiter.

Wir als Ehepaar beten, dass das Feuer in uns nicht erlöschen möge, dass wir weiter diesen schmalen Pfad gehen dürfen und immer mehr die Kraft und die Macht Gottes in unserem Alltag erleben können.

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Ich möchte dir heute ein Beispiel dafür geben, dass es sich lohnt alles wegzugeben und Jesus ohne Kompromisse nachzufolgen. Im April diesen Jahres ging unser Familienauto kaputt. Totalschaden. Wir hatten Glück, dass wir es noch an einen Händler verkaufen konnten, der sich um die Entsorgung kümmerte.
Wir waren davon überzeugt, dass der Herr uns sehr bald einen Ersatz schenken würde. Wir leben zu 100% von Spenden und gehen voller Glauben von Monat zu Monat. Extraausgaben sind nicht drin und Geld beiseite legen auch nicht. Weil wir eine Entscheidung getroffen hatten, keine Schulden zu machen, kam es für uns nicht in Betracht einen Kredit aufzunehmen (vor allem, weil wir erst vor kurzem durch ein großes Wunder einen noch bestehenden Kredit endlich abzahlen konnten). Und so beteten wir. Und warteten.

Es dauerte viel länger, als wir uns gedacht haben. Ich kann kaum beschreiben, was wir alles an Gefühlen durchlaufen haben in dieser Zeit. Wut, Frustration, Hoffnung – da war alles dabei. Im August haben wir zwei außergewöhnlich große Spenden für den Autokauf erhalten. Im September dann noch einmal eine große Spende. Wir konnten es kaum fassen. Wie aus dem Nichts, nach fast 6 Monaten, nach all dem Kämpfen und Warten, hatten wir die Möglichkeit uns einen gebrauchten VW Bus zu kaufen. Im Oktober war es soweit. Wir fanden ein gutes Modell und legten dem etwas verdutzten Autohändler das Geld bar auf den Schreibtisch. Gott hat uns versorgt – wieder einmal.

Ich möchte hier ein paar von den Dingen festhalten, die wir in den vergangenen Monaten gelernt haben:

  • Gott füllt unseren Mangel aus. Auch wenn wir durch Phasen des Mangels gehen, ist es möglich, in Jesus Fülle zu erleben. So wie Paulus können wir damit klar kommen, wenn wir ‚weniger‘ oder ‚zu wenig‘ haben. Unsere Sicherheiten kommen auf den Prüfstand, wir bekommen die Möglichkeit loszulassen und uns ganz neu an Jesus zu orientieren. Er ist genug.
  • Beharrliches Gebet ist wichtig. Natürlich wäre es wunderbar gewesen, sofort wieder ein Auto zu bekommen. Diese Monate des Wartens waren oft eine Zerreißprobe. Als es mal wieder schwer war, zu glauben, dass Gott uns versorgen wird und der Drang groß wurde, einfach schnell eine menschengemachte Lösung zu zimmern, hörte ich einen Auszug aus einer Predigt von Kris Vallotton: er sprach darüber, wie er lernte Holz zu spalten. Man muss den genauen Punkt erkennen und dann beständig genau darauf zielen, bis das Holz sich spaltet. Das braucht Übung und Durchhaltevermögen. Die Aufforderung Jesu im Neuen Testament ‚anzuklopfen‘, gekoppelt mit dem Versprechen, dass die Tür uns aufgetan wird, bedeutet im Griechischen ein ‚beständiges Klopfen‘. Die Tür wird aufgehen, aber ich muss dranbleiben, darf nicht aufhören zu klopfen.
  • Im Glauben beten. Wir hatten keine Ahnung, wo ein Auto herkommen sollte. Je mehr Zeit verging, desto schwieriger war es, Glauben für das Wunder aufzubringen. Wir lernten Gott für das Auto zu danken, das wir noch gar nicht gesehen haben. Wir beteten so, als wäre es das natürlichste der Welt, das wir ein Auto geschenkt bekommen. Und wir hatten genaue Vorstellungen! Wir beteten explizit um einen VW Bus, um eine blaue Außenfarbe, gute Innenausstattung. Wir gingen wie Kinder zu ihrem Vater und baten immer wieder voller Glauben für dieses Auto. (Unser Wunderauto hat nun übrigens eine wesentlich bessere Ausstattung, als unser altes, das kaputt ging!)
  • Auf Gottes Verheißungen stehen. Wir nahmen alle möglichen Verheißungen aus Gottes Wort und stellten uns darauf, d.h. wir beteten damit, wir forderten sie ein, wir nährten unser Glauben damit. Wenn ein Name Gottes ‚Versorger‘ heißt (Jahwe Jireh), dann darf uns kein Zweifel überkommen, dass er es nicht genau das tun wird – nämlich uns versorgen.

    Und so staunen wir heute über unser neues Familienauto. Wir sind so dankbar, wenn wir als gesamte Familie ins Auto steigen, um einen Ausflug zu machen oder einfach nur zum einkaufen fahren. Gott hat uns überreich beschenkt und wir danken jedem, der uns im Gebet in dieser Zeit begleitet hat.IMG_1473

    Fotocredits pixabay.com, HammondFamily

 

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