Die verborgenen Stunden

Letzte Woche durfte ich wie jeder Gebetshausmissionar einmal im Quartal eine Woche lang die Nachtschicht von 3:00 – 6:00 Uhr im Gebet unterstützen.

Ich war dem ganzen von Anfang an positiv eingestellt, da ich meine allerersten Berührungen mit dem Gebetshaus mit der Nachtschicht verbinde.  Ich betete eine Zeit lang Mittwochs von 4:00 – 6:00 Uhr und pendelte dann nach München in meine Arbeit. Das war nicht leicht so früh auf zustehen, aber es hat sich immer gelohnt.

Und so auch dieses Mal.  Ich glaube nicht, dass ich als Gebetshaus Missionar das Gefühl von „Verrücktheit“ von dem was ich mache (24/7 Gebet) je komplett verlieren werde und alles in Routine übergeht.  Ich musste letzte Woche öfters in mich hineinlachen als ich um 2:30 Uhr aufstand und durch die menschenleere Straßen fuhr – nicht um eine wertvolle Produktion aufrecht zu erhalten, eine alles entscheidende Präsentation vor zu bereiten oder einen Notfall zu lösen …sondern um zu beten!  Es packt mich noch immer:  Der Gedanke „Warum tust Du das eigentlich, Jeremy?“  „Das ist doch verrückt!!“  „Lohnt sich diese Anstrengung wirklich?“  Ich bin so froh wenn diese Gedanken aufkommen, denn sie rücken alles wieder zurecht.  Sie halten Routine und Stumpfheit von meinem Gebet fern. Sie zwingen mich auf den Grund zu gehen und prüfen meine Motivation.  Fahre ich mitten in der Nacht zum Gebetshaus nur weil mein Name auf einem Schichtplan steht? …Oder weil meine Kollegen auf mich zählen?   …Oder weil es die Pflicht verlangt?

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Schnell taucht in mir dann der befreiende Gedanke in mir auf, dass Jesus eben DOCH würdig ist Tag und Nacht angebetet zu werden  Ja!  Es darf mir auch was kosten ihn anzubeten.  Und oh! Er enttäuscht nicht…!  Es hat sich gelohnt.

Ich war müde – sehr sogar (wir hatten gerade das Wochenende davor die HOPES im Gebetshaus). Ich fühlte mich, als ob ich alles gegeben habe – leer.  Eigentlich ein Gefühl das ich bis jetzt nur aus meiner  Arbeit im Infineon Konzern kannte:  alle Ressourcen, Kräfte und Register gezogen für die Arbeit …NUR dieses Mal war da etwas anders.   Ich war mitten in der Nacht um Zeit mit dem Herrn aller Herren zu verbringen – dem Schöpfer – mein Erlöser, der für mich alles hingab. Ich war da um Dinge in der unsichtbaren Welt zu bewegen und für die Nöte dieses Landes zu beten.  Es ist etwas besonderes mitten in der Nacht zu beten.

Im Gebetshaus Augsburg findet von 2:00-4:00 Uhr immer Fürbitte statt.  Als ich um 3:00 Uhr in den Raum kam war schon ein Gebetseifer im Raum zu spüren, der mich schnell wach rüttelte und mich zum Mitbeten anregte. Da ist eine Klarheit und Reinheit mitten in der Nacht; die geistliche Atmosphäre scheint weniger ‚verschmutzt‘.  Meine eigenen Gedanken, Wünsche und ToDo Listen schlafen noch,  so dass ich mich komplett auf Gottes Herz ausrichten kann.  Irgendwie ist nachts zu beten auch eine Form des Fastens…es macht leer um von Ihm gefüllt zu werden.

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Als ich mit meiner Frau verlobt war, haben wir oft bis spät in die Nacht telefoniert.  Jede Strapaze in unserer Fernbeziehung war mir recht um sie auch nur für ein paar kurze Stunden zu sehen oder mit ihr zu reden.

Hast Du auch solche Momente gehabt?

Wo ruft Jesus Dich wieder zur ersten Liebe zurück?  Wie könntest Du diese Woche Dich an Gott verschwenden?

Als König David den Tempel bauen wollte und nach einem geeigneten Grundstück suchte, wurde ihm ein geeigneter Platz umsonst angeboten. Ich liebe es, wie König David auf diesen billigen Deal reagierte:

„Ich möchte dem Herrn nicht ein Opfer darbringen das mich nichts gekostet hat.“ 1. Chroniker 21:24

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