Zwischen zwei Welten

Jeremys neuester Blogpost auf deutsch:

Gebet ist für mich der Ort, wo zwei Welten aufeinander prallen. In den letzten Wochen ist das mir oft im Gebetshaus Augsburg passiert: die Geschäftigkeit meines Herzens knallt gegen die Mauer des Gebets. Kennst du dieses Gefühl?busyness

Gebet in all seiner scheinbaren ‚Nutzlosigkeit‘, Andersartigkeit. Eine gefühlte Unproduktivität reibt sich an den Werten dieser Welt, den Werten meines Herzens.

Meine Zeit als Vollzeitler im Gebetshaus ist so aufgebaut, dass ich 25 Stunden im Gebetsraum betend verbringe und die restlichen 17 Stunden ’normale‘ Arbeitsstunden habe. Langsam aber sicher füllt sich diese Zeit mit größeren Projekten und langen to-do-Listen. Ich bin als Leiter des Gebetshausshops eingeteilt und das bringt viele neue Aufgaben mit sich, vor allem weil das Gebetshaus mehr und mehr Menschen erreicht. Dank meiner vorhergehenden Arbeit in einer Personalabteilung, kann ich im Gebetshaus auch dabei helfen, das Personalwesen zu strukturieren. All das begeistert mich und mir kommen viele Ideen – es gibt so viel zu tun! Dann bin ich auch herausgefordert in meiner Rolle als Ehemann und Vater einiges anzugehen … und dann gibt es ja auch noch die ganzen Projekte Zuhause, die Autoreifen, die endlich ausgetauscht werden müssen…noch mehr to-do-Listen.

Letzte Woche hatte ich so einen Moment, wo diese zwei Welten aufeinander geprallt sind. Ich bin extra früh in die Arbeit gegangen (ich liebe die frühen Morgenstunden!) und konnte zwei Stunden super produktiv arbeiten, bevor meine Gebetszeit um 8 anfing. Ich war in meinem Element: Emails schreiben, eine Power Point Präsentation abschließen, Mindmaping und eine Vorlage entwickeln. Dann war es 8 Uhr, Zeit in den Gebetsraum zu gehen. Ich war so verärgert! Was für eine unverschämte Unterbrechung meiner Produktivität!  Was für eine Zeitverschwendung…

Ich bin die Treppen ängstlich und mürrisch hochgegangen. Kennst du dieses Gefühl? Wenn die Geschäftigkeit des Lebens nach Aufmerksamkeit schreit und es sich einfach so falsch anfühlt still zu sein und zu beten.

Etwas habe ich in den vergangenen Wochen bereits gelernt: wenn ich in Gottes Gegenwart komme, ihm gleich mein ‚ja‘ zu geben – egal wie ich mich dabei fühle. Und das habe ich an jenem Morgen auch getan: ich habe Gott gesagt, wie ich mich fühlte und ihm die Erlaubnis gegeben, mit dieser Zeit nun das zu machen, was ER wollte. Es hat ein wenig gedauert, bis sich meine aufgewühlten  Gedanken beruhigten. Aber schließlich rückte die Schönheit seiner herrlichen Gegenwart alles auf seinen Platz. Die großartige ewige Realität brach in mein kleines geschäftiges Denken hinein und die Prioritäten ordneten sich wieder.

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Ich bin so dankbar für diese Herausforderung, der wir täglich begegnen. Diese Welten prallen immer dann aufeinander, wenn wir uns weigern, dass die Geschäftigkeit des Lebens unser Sklaventreiber wird und wir statt dessen unsere Augen auf den richten, der uns Brüder und Schwestern nennt und der sagt: ‚Meine Bürde ist leicht.‘

In den schnelllebigen Momenten muss ich immer an den Buchtitel von Bill Hybels denken:

‚Nie zu beschäftigt, nicht zu beten‘

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2 Gedanken zu „Zwischen zwei Welten

  1. Lieber Jeremy, herzlichen Dank dafür das du deine Gedanken mit uns teilst. Du bereicherst mein Leben damit. Es ist so wahrhaftig wie du dein empfinden beschreibst! Und ich danke JESUS für Dich und deine liebe Frau Inka. Es ist so schön STILL vor unserem Papa zu sein und seine Gegenwart zu geniessen. Ganz liebe Grüsse von Nermin* Gott sorgt für UNS….liebe Grüsse auch an deine INKA* Gott liebt EUCH*

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