Ich darf schwach sein…

Die vergangene Woche war anstrengend für mich.

Ein ganzer Haufen Termine, trotzige Kinder, riesen Wäscheberge…

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Und ganz ehrlich: ich hab mich insgeheim gefragt, ob wir als Familie wirklich ‚gut genug‘ sind um von Gott in so etwas Heiliges wie die 24/7 Gebetsbewegung gerufen zu werden. Gäbe es einen Aufnahmetest – würden wir ihr ihn bestehen?

Ich meine: wir sind eine normale Familie mit ziemlich vielen Macken. Unsere Kinder tragen keinen Heiligenschein. Sie motzen und lassen ihre Socken rumliegen. Ich verliere als Mama immer wieder die Geduld und fühle mich gar nicht so, wie die Frau aus Sprüche 31. ‚Und sie steht auf wenn es noch Nacht ist und gibt Speise ihrem Haus…‘ (vs. 15) Ich bin ein unverbesserlicher Morgenmuffel und das Frühstück stellt mein Mann auf den Tisch. Wir streiten (manchmal ziemlich laut), wir kommen immer erst kurz vor knapp in die Gemeinde zum Gottesdienst, wir machen einen ganzen Haufen Fehler – jeden Tag.

 

Diese Woche – zwischen Küche aufräumen und Kind beschäftigt halten –  habe ich von einem Pastor aus China gelesen, der mitten im Winter inhaftiert wurde. Man nahm ihm seinen Wintermantel weg und schloss ihn in eine eisige Zelle. Er fror erbärmlich, doch anstatt zu verzweifeln, begann er Psalm 150 zu singen. Ein Psalm voller Lobpreis und Danksagung. Nach einigen Minuten wurde ihm warm und er fror nicht mehr.

Mir wurde da plötzlich klar, dass ich ‚innerlich‘ friere, dass ich in einem Gefängnis voller Lügen stecke  ‚…du  bist nicht gut genug…andere könnten das besser…schau dich doch mal an…‘ – da hab ich mich spontan dazu entschlossen es diesem mutigen Pastor nachzutun und Psalm 150 zu singen. Ich ließ die Hausarbeit Hausarbeit sein, mein Sohn bekam einen Keks in die Hand gedrückt und ich setzte mich ans Klavier. Erst zaghaft und dann immer bestimmter sang ich die Worte aus Psalm 150: ‚Halleluja! Lobt Gott in seinem Heiligtum! Lobt ihn in der Feste seiner Macht!‘ …. ‚Alles was Atem hat, lobet den Herrn!‘ 

Etwas in mir veränderte sich. Meine Sichtweise bekam eine neue Perspektive. Nein, ich bin nicht perfekt. Meine Familie ist nicht perfekt. Und ich kann mit 100%iger Sicherheit davon ausgehen, dass morgen wieder ein unperfekter Tag sein wird. Aber in der Mitte von meinem kleinen Alltagsleben, meinem kleinen Chaoshaufen – ist ein perfekter Gott.

Und er hat schon immer das Kleine, das Unvollkommene erwählt. Er nimmt das Unvollständige, das Zerbrochene und schafft etwas wunderschönes Neues. Wenn ich mich inmitten meiner Schuld und meiner Schwäche dazu entscheide, diesem wunderbaren, heiligen Gott Lob und Ehre zu geben, wenn ich sein Wort über die Lügen in meinem Kopf stelle…dann werde ich ein Werkzeug in seiner Hand. Dann kann er durch mich wirken. Dann kann er mich füllen mit seiner Liebe…die dann weiterströmt. Dann ist es nicht mehr wichtig, ob ich ‚gut genug‘ bin, dann kommt es nur noch darauf an, ob er in mir ist und ob ich ihn in mir sein lasse. Ob ich ihm Raum gebe zu wirken und mein Herz immer wieder neu zu reinigen und zu heiligen. Die Fesseln fallen ab, ich werde frei und ich werde gewärmt von seiner Liebe.

Ich darf ruhen in der Gewissheit, dass ich geliebt bin, dass ich angenommen bin, dass Jesus all meine Unzulänglichkeiten am Kreuz getragen hat.

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Und darum geht es doch auch in der 24/7 Gebetsbewegung. Das sind Menschen, die wissen, dass sie einen Erlöser brauchen. Die voller Dankbarkeit sind, dass Jesus den Sieg in der Hand hält – auch für ihr Leben! Und die erfahren haben, dass Gottes Kraft in ihrer Schwachheit stark ist und dass bei Gott nichts, nichts, nichts unmöglich ist.

Wie kann man ihn da nicht anbeten? Wie kann man da nicht mitten in der Nacht sein Angesicht suchen? Wie kann man da nicht alles stehen und liegen lassen, und ihm nachfolgen?

Das ist meine, das ist unsere Motivation: Christus in uns, die Hoffnung auf Herrlichkeit. Ich bin nicht perfekt, nein. Unsere Familie ist alles andere als perfekt.

Aber ich liebe ihn! Wir lieben ihn!
Das genügt.

‚Gott will nicht, dass wir stark sind. Er will unsere Stärke sein.‘ John Piper

Wenn du unseren Dienst im Gebetshaus Augsburg finanziell und/oder im Gebet unterstützen möchtest, dann klicke hier. 

 

 

 

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5 Gedanken zu „Ich darf schwach sein…

  1. Liebe Inka, es tut so gut zu lesen, dass auch andere Mütter, andere Familien unvollkommen sind. Auch ich kämpfe immer wieder gegen die Lüge in meinem Kopf, dass ich nicht gut genug bin. Danke, dass du uns teilhaben lässt an deinem Leben, so wie es ist. An den nicht perfekten Momenten genauso wie an den herrlichen Augenblicken, in denen Gott regiert. Sei gesegnet, Martina

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  2. Liebe Inka,
    ich werde bekloppt im Kopp!!!!
    Deine Handynummer habe ich verloren (sie ist im Nirwana von Papierkram verschollen) und deshalb habe ich mich noch nicht gemeldet und nun lese ich hier deinen wunderbaren Beitrag und denke, hmm schau doch mal, wer da noch Inka heißt und dann sehe ich dich, dein wundervolles Foto auf dem sooooo strahlst.
    Deshalb lasse ich dir mal einen herlichen Gruß hier!!

    Dein Marienkind Inka 🙂

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    • Hey Inka! Die Welt ist echt ein Dorf…wie bist du denn auf den Blog gekommen? Total schön von dir zu hören…habe öfters an dich denken müssen! =) Wünsche dir alles Liebe und viel Segen! Deine Inka

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      • Bin über facebook auf diesen Blog gestoßen und echt froh, dich zu lesen und zu sehen!!! Hugs and blessings!!!!! 🙂

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